Welche Käufergruppen gibt es?

Die aktuell am Markt aktiven Käufergruppen können grundsätzlich in drei Gruppen eingeteilt werden:

  1. Institutionelle (Finanz-) Investoren
  2. Strategische Käufer
  3. Management-Buy-In/Buy-Out

b. Strategische Käufer

Wie in vielen anderen Branchen, so gelten auch in der IT-Branche gewisse Größenvorteile. Wenn man eine bestimmte Unternehmensgröße in der IT-Branche erreicht hat, dann zeigen sich u.a. folgende Effekte:

  • Man erhält bessere Einkaufskonditionen und kann damit besser bei Ausschreibungen mithalten
  • Man hat eine deutlich bessere Sichtbarkeit am Markt, dadurch, dass das Marketing und der Außenauftritt deutlich besser und umfangreicher sind
  • Man wird bei einem der wichtigsten Trends in der IT – dem „Outsourcing“ – viel ernster genommen, als ein kleines Unternehmen, da sich der Kunde beim Outsourcen seiner gesamten IT-Abteilung natürlich einen Partner sucht, der breit, kompetent und redundant aufgestellt ist; das geht nur als größeres Unternehmen
  • Man wird als Arbeitgeber für die guten und gefragten IT-Fachkräfte deutlich stärker wahrgenommen als kleine Unternehmen, da die Ausstrahlung als Arbeitgeber-Marke viel stärker ist und der Arbeitgeber ein umfangreicheres Sozial-Package anbieten kann
  • Größere Projekte werden naturgemäß häufiger an große Unternehmen vergeben als an kleine, weil man hier mehr Leistungsfähigkeit, Manpower und Projekterfahrung erwartet, als bei kleinen Unternehmen, was sich manchmal trotzdem als Trugschluss rausstellt
  • Abdeckung der gesamten Bundesrepublik, um bei nationalen Projekten mitbieten zu können

Derartige Vorteile lassen sich noch einige aufzählen und somit wird klar, dass es gewisse Größenvorteile gibt, die am Markt eine Rolle spielen.

Da organisches Wachstum aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels immer schwieriger wird, liegt der Gedanke des Wachstums über den Zukauf sehr nahe. Deshalb sind etliche größere Player im Markt dabei, systematisch durch Zukauf zu wachsen. So gibt es derzeit einige Player, die in den letzten 10 Jahren von 100 Mitarbeitern auf über 2.000 Mitarbeiter gewachsen sind und sich mittlerweile auf die gesamte Bundesrepublik ausgeweitet haben.

Vorteile

Der Vorteil, der sich in den Gesprächen mit diesen Käufern zeigt, ist, dass sie natürlich die Branche perfekt kennen und wissen, was die Branche treibt. So können diese Gesprächspartner sehr wohl beurteilen, wie wichtig der Zertifizierungsgrad und die Unternehmenskultur ist. Ferner können diese Käufergruppe den Anteil an Dauerschuldverhältnissen besser bewerten und beachten strategische Portfolio-Bestandteile besser. Insgesamt kann man also sagen, dass diese Interessenten die Kaufobjekte am besten von allen Käufergruppen einschätzen können.

Oftmals stehen hinter dem starken Wachstum dieser Firmen auch finanzkräftige Investoren, die – anders als die reinen Finanzinvestoren – auf eine langfristige „Buy-and-Build-Strategie“ setzen, also das Gesamtkonstrukt nicht wieder nach 5 bis 10 Jahren verkaufen. Diese Käufer sind auch eher an strategischen Vorteilen interessiert und deshalb spielt der EBIT bei diesen Investoren nicht so eine große Rolle, wie bei den Finanzinvestoren.

Nachteile

Zu den Nachteilen gehören oftmals, dass die Käufer aber nicht über so üppige Budgets verfügen, wie die reinen Finanzinvestoren und oftmals (nicht immer) die Unternehmen auch schnell fusionieren, um möglichst schnell Synergie-Effekte zu heben, um die Größe der Gruppe zu demonstrieren. Zudem wird häufig das unternehmerische Engagement vor Ort stark beschnitten und die alte Marke eliminiert. Inhaltlich können sie aber am ehesten für eine Weiterentwicklung der Gruppe sorgen.

Fazit

Die Zeit für einen Verkauf ist deshalb aktuell sehr gut und auch diese Käufer drängen mit Macht in den Markt. Sicher ist der ein oder andere von Ihnen schon von diesen Investoren angesprochen worden. Wenn ja, denn wenden Sie sich gerne an uns, um Sie in diesem doch recht wichtigen und schwierigen Prozess zu begleiten, denn mit keiner anderen unternehmerischen Entscheidung kann man so viel Geld gewinnen oder verlieren, wie mit dem Unternehmensverkauf.

Deshalb: Sprechen Sie uns an, wenn Sie ein Angebot in dieser Richtung erhalten; wir beraten Sie neutral, wie dieses zu bewerten ist.

Im nächsten Beitrag werden wir die weiteren Käufergruppen näher beleuchten und deren Vorgehensweise beschreiben.

Bis dahin wünschen wir Ihnen den Erfolg des Tüchtigen!